Weisheitszähne und Weisheitszahn-OP

Wann ist die Entfernung der Weisheitszähne notwendig?

Weisheitszähne sind die bleibenden Zähne des Menschen, die sich als letztes in die Zahnreihe einordnen. Der sogenannte Zahndurchbruch erfolgt meistens zwischen dem 16. und 21. Lebensjahr. In der medizinischen Nomenklatur werden sie als „dentes sapientes“, im zahnärzlichen Jargon auf Grund der Nummerierung der Zähne auch gerne als „Achter“ bezeichnet. Für gewöhnlich haben Menschen vier Weisheitszähne; es können aber auch weniger, gar keine oder mehr als vier Weisheitszähne angelegt sein. Weisheitszähne sind Erbe unserer Vorfahren und deren Lebensweise: harte, ungekochte Nahrung musste mit den Backenzähnen zerkleinert werden. Dies führte zum Verlust von Zahnhartsubstanz und schaffte Platz in der Zahnreihe für die Weisheitszähne. Durch die weiche Nahrung, mit der wir uns heute ernähren, ist dieser Verlust an Zahnhartsubstanz nicht mehr gegeben. Weiterhin verkleinerte sich im Laufe der menschlichen Evolution die Größe unserer Kiefer, nicht jedoch die Größe unserer Weisheitszähne. Durch diese beiden Faktoren haben Weisheitszähne heute oft keinen ausreichenden Platz, um sich korrekt in die Zahnreihe einzuordnen. Dieser Platzmangel führt häufig zu Komplikationen: ein dauerhaft eingeklemmter, teilweise unter dem Zahnfleisch liegender, sich im Durchbruch befindlicher Weisheitszahn kann Entzündungen und Schmerzen sowie ein Druckgefühl im Kiefer verursachen. Auch kann es durch Weisheitszähne zur Schädigung und sogar zum Verlust der vorderen Nachbarzähne durch Karies auf Grund von verminderter Hygiene kommen. Um dies zu vermeiden, ist eine prophylaktische Entfernung der Weisheitszähne bei jungen Menschen oft sinnvoll. Auch bereits durchgebrochene Weisheitszähne, die bei Erwachsenen Probleme verursachen, sollten entfernt werden. Hier finden Sie die Leitlinie der Fachgesellschaft.

Anatomische Darstellung, Quelle: Wikipedia
Durchbrechender Weisheitszahn mit Entzündung, Quelle: Coronation Dental Specialty Group

Ablauf einer Weisheitszahn-OP

Besteht eine medizinische Begründung (Indikation) für die Entfernung eines oder mehrerer Weisheitszähne sollte der Eingriff durch einen erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden. Weisheitszähne besitzen häufig mehrere Wurzeln und liegen in der Nähe von mehreren wichtigen Nerven. Nicht ohne Grund fällt eine Weisheitszahn-OP in das Fachgebiet der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG-Chirurgie). Nach dem Studium der Human- und Zahnmedizin erlangt ein MKG-Chirurg in einer 5-jährigen Facharztweiterbildung die notwendige Erfahrung zur routinierten Durchführung einer Weisheitszahn-OP.

Eine Weisheitszahn-OP wird gewöhnlich in örtlicher Betäubung durchgeführt. Sie kann aber auch in einer ambulanten Vollnarkose (auch Intubationsnarkose genannt und „ITN“ abgekürzt) in unserer Praxis erfolgen. Da eine Weisheitszahn-OP in Vollnarkose einen erhöhten organisatorischen und operativen Aufwand erfordert, ergeben sich Zusatzkosten von 100€.

Sind die Weisheitszähne bereits (teilweise) durchgebrochen, kann die Entfernung bei einem erfahrenen Operateur nur wenige Minuten pro Zahn benötigen. Sollte der Weisheitszahn noch von Knochen umgeben sein, muss dieser Knochen nach Eröffnung und Verdrängung der darüber liegenden Schleimhaut abgetragen werden. Hat der Weisheitszahn viele und/oder gekrümmte Wurzeln oder ist komplizierter verlagert, muss er zur Entfernung in mehrere kleinere Teile zertrennt werden. In solchen Fällen dauert die operative Entfernung eines Weisheitszahnes ca. 15 min. 

Meistens ist die Entfernung der beiden Weisheitszähne einer Kieferhälfte (Ober- und Unterkiefer) sinnvoll, da hierdurch die andere Kieferseite unbeeinträchtigt bleibt und zum Kauen genutzt werden kann. Sollte die Patientin bzw. der Patient es wünschen und die Entfernung der beiden Weisheitszähne einer Kieferhälfte unkompliziert erfolgt sein, können auch alle vier Weisheitszähne auf einmal entfernt werden. Wenn die Weisheitszahn-OP in Vollnarkose durchgeführt wird, erfolgt standardmäßig die Entfernung aller vier Weisheitszähne.

Was ist nach einer Weisheitszahn-OP zu beachten?

Nach einer Weisheitszahn-OP kommt es meistens zu einer geringen bis mäßigen Schwellung im Kieferbereich. Durch maßvolle Kühlung innerhalb der ersten 48 Stunden kann diese vermindert werden. Gegen die nach einer Weisheitszahn-OP auftretenden Schmerzen verschreiben wir Ihnen ein Schmerzmittel, in einigen Fällen kann auch die Einnahme eines Antibiotikums notwendig sein. Insgesamt sollten Sie sich die ersten 2-3 Tage nach dem Eingriff körperlich schonen. Eine klinische Kontrolle in unserer Praxis erfolgt 2-3 Tage nach der Weisheitszahn-OP, die Fäden werden nach einer Woche entfernt. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung allgemeiner Informationen zu Ihrem Besuch, die Verhaltensregeln nach dem Eingriff sowie eine PDF-Version unseres Anamnesebogens.